Warum Kink bei Pride dazugehört – Meine Gedanken als Pup-Label

Als Gründer von BarkLab war ich 2025 selbst zum ersten Mal richtig mit Gear auf großen Events unterwegs: erst auf dem CSD in Dresden und später auf der Folsom in Berlin.

Besonders beim CSD Dresden hatte ich anfangs echte Bedenken. „Ist das sicher? Wie reagieren die Leute? Passe ich da überhaupt rein?“ – solche Gedanken gingen mir durch den Kopf. Aber schon nach den ersten Metern verflogen diese Sorgen komplett. Ich konnte den CSD richtig genießen, trotz der mega langen Route. Die Stimmung, die Akzeptanz und die pure Freude in der Community waren überwältigend. Genau diese Erfahrung hat mich dazu gebracht, diesen Artikel zu schreiben.

Denn jedes Jahr im Frühling/Sommer flammt die Diskussion wieder auf: Gehört Kink auf den Pride? Besonders als Pup-Label möchte ich meine ehrliche Sicht dazu teilen.

Die Geschichte: Kink war von Anfang an dabei!

Pride ist keine „bunte Party“, die irgendwann erfunden wurde – sie ist ein Protest. Und bei den Stonewall-Aufständen 1969 in New York waren viele der aktivsten Personen aus der Leder-, Drag- und Fetisch-Szene. Die ersten Pride-Märsche hatten bewusst Leder-Contingents und Fetisch-Gruppen dabei.

Der Satz „No pride for some of us without liberation for all of us“ (Marsha P. Johnson) fasst es gut zusammen: Es ging immer um die "Befreiung" aller queeren Lebensweisen – auch derer, die nicht „respektabel“ oder familienfreundlich wirken.

Die aktuelle Debatte „Kink at Pride“

Heute gibt es zwei Standpunkte:

  • Die einen sagen: „Pride soll inklusiv und familienfreundlich sein – zu viel Kink schreckt ab.“
  • Die anderen antworten: „Pride war nie respektabel und muss es auch nicht werden.“

Beide Seiten haben ein Stück Wahrheit. Ja, es gibt Menschen (z. B. asexuelle Personen, Trauma-Überlebende oder Familien), die sich bei expliziten Darstellungen unwohl fühlen. Gleichzeitig ist es wichtig zu sagen: Pupplay ist für viele von uns kein reiner Fetisch, sondern eine Form von Freiheit, Headspace und Community.

Jedes Jahr zur Pride-Saison kommt sie wieder auf: Die hitzige Diskussion, ob Kink auf den CSD gehört oder nicht. Besonders in Social Media wird sie oft sehr emotional geführt – und leider meist sehr polarisierend.

Auf der einen Seite stehen die Befürworter der „No Kink at Pride“-Position. Sie argumentieren, Pride solle wirklich inklusiv für alle queeren Menschen sein – inklusive Familien mit Kindern, asexuellen und demisexuellen Personen sowie Trauma-Überlebenden. Viele empfinden die offene Zurschaustellung von Fetisch-Gear oder stark sexualisierten Outfits als übergriffig oder triggernd, weil sie nicht konsensuell „mitmachen“ können. Ein weiteres starkes Argument ist die sogenannte Respectability Politics: In einer Zeit, in der queere Rechte in vielen Ländern immer noch angegriffen werden, könnte ein zu „wildes“ oder explizites Auftreten die Akzeptanz in der breiten Gesellschaft gefährden und konservative Kräfte eher stärken.

Auf der anderen Seite steht die Position, dass Pride nie ein buntes Familienfest oder eine Werbeveranstaltung war, sondern ein Protest. Die Wurzeln der Bewegung liegen genau bei den Menschen, die am meisten stigmatisiert wurden. Den Wunsch, Kink aus Pride herauszuhalten, sehen viele als gefährliche Assimilation – man versucht queer „respektabel“ und „normal“ zu machen, um heteronormativen Erwartungen zu entsprechen. Dadurch würden genau diejenigen ausgeschlossen, die schon immer am Rand standen. Für viele ist Kink ein echter und wichtiger Teil ihrer queeren Identität und Lebensrealität.

Besonders bei Pupplay gibt es hier eine spannende Nuance: Viele Außenstehende empfinden Pupplay als eher „cute“ und spielerisch im Vergleich zu anderen Fetischen. Für uns in der Szene geht es oft gar nicht primär um Sexualität, sondern um Headspace, Freiheit, Community und Rollenspiel. Trotzdem wird Pupplay in der Debatte manchmal pauschal unter „Kink“ subsummiert – und das führt zu Missverständnissen.

Die Realität auf deutschen CSDs liegt meist irgendwo dazwischen. Viele Pups laufen mit Hood und Harness mit – und werden überwiegend positiv oder neugierig aufgenommen. Gleichzeitig ist klar: Öffentliche sexuelle Handlungen haben auf einer Parade nichts verloren. Consent, Rücksicht und gegenseitiger Respekt sind das A und O.

Ich selbst hatte 2025 beim CSD Dresden anfangs echte Bedenken bezüglich Sicherheit und wie meine Gear ankommen würde. Diese Sorgen verflogen jedoch sehr schnell – und genau das zeigt mir, dass die Debatte oft lauter ist als die Wirklichkeit auf der Straße.

Praktische Tipps für CSD 2026 als Pup

Sicherheit geht vor! Gerade in der aktuellen Zeit ist es wichtig, realistisch zu bleiben. In manchen Städten und Regionen gibt es spürbar mehr rechten Druck, Gegendemos oder aggressive Stimmung gegenüber queeren und kink-sichtbaren Personen.

Wenn du merkst, dass auf einem bestimmten CSD sehr viel Gegenwind oder Bedrohung zu erwarten ist und du ernsthafte Bedenken hast – dann hör auf dein Bauchgefühl. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortung gegenüber dir selbst, wenn du in diesem Fall aus Selbstschutz auf sichtbares Gear verzichtest oder ganz auf das Event gehst. Deine Sicherheit und mentale Gesundheit sind wichtiger als jede Sichtbarkeit.

Es gibt kein „Du musst“ bei Pride. Manche Jahre läuft man mit voller Hood, in anderen bleibt man bewusst low-key. Beides ist okay.

Weitere praktische Tipps

  • Leichtes, atmungsaktives Gear wählen (Neopren oder Mesh statt schwerem Latex)
  • Custom-Designs mit Pride-Elementen
  • Immer in der Gruppe laufen, Hydration und Aftercare planen
  • Berlin, Köln und viele große Städte sind meist sehr pup-freundlich – kleinere CSDs können unterschiedlich sein

Meine persönliche Haltung

Kink gehört für mich auf den Pride – mit Verantwortung und mit Verstand. Wer mit Hood, Harness oder Tail laufen will, sollte das dürfen. Gleichzeitig respektiere ich, wenn jemand aus guten Gründen darauf verzichtet. Sichtbarkeit ist wichtig, aber nicht um jeden Preis.

BarkLab steht dafür: Pupplay positiv, selbstbestimmt und sicher leben.

Fazit

 2025 habe ich gelernt: Die Angst war oft größer als die Realität. Aber manchmal ist die Angst auch berechtigt – dann darf man auf sich hören.

Welchen CSD oder welches Pride-Event besuchst du 2026? Kommst du mit Gear, low-key oder vielleicht gar nicht? Schreib es gerne in die Kommentare – ich lese mit!

Und wenn du für dieses Jahr noch passendes Gear suchst (ob für die Parade oder fürs Play zu Hause): Schau gerne in unserer Kollektion vorbei. Mit dem Code CSDPUP10 bekommst du 10 % auf alles bis Ende Juli.

Woof & Rainbow Vibes!

 Dein BarkLab-Team 🐾🌈

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